Projekte aus dem Bezirksverband

„Nie wieder Krieg“ Wanderausstellung des Volksbunds auf dem Kirchhof Dobel

Karlsruhe, Dobel, 08.02.2021 Nachdem die Wanderausstellung „Nie wieder Krieg“ auf dem Ettlinger Friedhof zu sehen war, ist die Installation nach Dobel auf den alten Kirchhof bei der Evangelischen Kirche weitergezogen. Die bayerische Künstlerin Bali Tollak stellt dem Bezirksverband Nordbaden sieben ihrer „Soldatenbretter“ zur Verfügung. Auf diesen setzt sie sich mit den Erfahrungen von Künstlern verschiedener Länder auseinander, die den Ersten Weltkrieg erlebt haben. Ihr Gesamtwerk der Bretter wurde 2019 unter großem Zuspruch sehr vieler Besucher in Kooperation mit dem Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt in dessen Räumen ausgestellt. Die Auswahl der Freiluftbretter wird bei den Kriegsgräberfeldern einzelner kommunaler Friedhöfe in den nächsten 5 Jahren im Rahmen einer Freilichtausstellung aufgestellt werden.

Tollak hat mit ihren Kunstwerken die Tradition der „Bahrbretter“ aufgenommen, die sie im Bayerischen Wald wiederentdeckte. Diese Holzbretter wurden nach der Bestattung aufgestellt, um so an den Verstorbenen zu erinnern. Ihre Beschäftigung mit dem ersten Weltkrieg, intensiviert durch Besuche auf Kriegsgräberstätten in verschiedenen Ländern, mündete in der Auseinandersetzung mit Künstlern, die diesen Krieg erlebt haben. Deren apokalyptische Weltkriegseindrücke in Zitaten, Tagebucheintragungen und Bildnissen drückt die Künstlerin auf ihren „Soldatenbrettern“ aus.

Volker Schütze, Bezirksgeschäftsführer des Volksbunds in Nordbaden, zeigte sich in einer Presseerklärung sehr dankbar, dass die sieben Bretter in Dobel gezeigt werden dürfen. Die mit Bürgermeister Christoph Schaack geplante Ausstellungseröffnung wurde aus Gründen des Schutzes der Besucherinnen wegen der Coronapandemie abgesagt. „Als junger Erwachsener habe ich als Soldat auf dem Balkan die Schrecken des Krieges und das unendliche Leid für die Zivilbevölkerung miterleben müssen. Die Erinnerungen an den Anblick von Todgeweihten werden mir auf ewig in Erinnerung bleiben. Diese Ausstellung soll an die Sinnlosigkeit kriegerischer Auseinandersetzungen mahnen, hier gibt es keinen anderen Sieger als den Tod“, so Bürgermeister Schaack.    

Schütze ergänzte, dass die Ausstellung wie ein Bote auf Wanderschaft gehen und auf verschiedenen kommunalen Friedhöfen in Nordbaden auf die dortigen Kriegsgräber hinweisen werde. Damit solle auch die Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. thematisiert werden. Diese Ausstellung auf dem Friedhof könne auch von Schulen als Lernort genutzt werden, so Schütze.

Die Installation von Bali Tollak ist bei den Kriegsgräbern auf dem alten Kirchhof vom 03. bis 25. Februar 2021 zu sehen.

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